Zuschüsse und Kostenerstattung

Sie müssen die Kosten für Betreuungs- und Pflegepersonal nicht alleine tragen! Seit dem 01. Januar 2017 werden pflegebedürftige Personen einem von fünf Pflegegraden zugeordnet. Nach dieser Zuordnung bemisst sich die Höhe des Zuschusses, welchen Sie durch die Pflegekassen erhalten.

Wer legt den Pflegegrad fest?

Der Pflegegrad wird durch den medizinischen Dienst der Kassen festgelegt. Mithilfe des neuen Begutachtungsverfahrens (NBA) wird die Pflegebedürftigkeit anhand von sechs Modulen festgelegt, u.a. werden die Mobilität und die Möglichkeit zur Selbstversorgung bewertet. Für jeden Bereich vergibt der Gutachter Punkte. Diese werden am Ende aufaddiert, aus der Summe ergibt sich dann die Einstufung des Pflegegrades.

Ziel dieser Reform ist es, die Benachteiligung von Personen mit Demenz gegenüber körperlich erkrankten Versicherten zu beseitigen.

Alle bereits mit einer anerkannten Pflegestufe bewerteten Pflegebedürftigen werden nicht erneut begutachtet. Bei ihnen wird von Seiten der Krankenkasse automatisch eine Einstufung in den nächsthöheren Pflegegrad, bei demenzerkrankten den übernächsten, vorgenommen.

Bisherige Pflegestufe Pflegegrad Beeinträchtigung
Bisher nicht vorhanden 1 Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
0/1 2 Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
1 mit E.A./2 3 Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
2 mit E.A./3 4 Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
3 mit E.A/ 3 mit Härtefall 5 Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Die Betreuungswelt hilft Ihnen, bezahlbar ein lebenswürdiges Umfeld zu erhalten. Nachfolgend eine Aufstellung über die Leistung der Pflegekassen für den jeweiligen Pflegegrad:

Pflegegrad 1     0,-  € monatlich*
Pflegegrad 2 316,- € monatlich
Pflegegrad 3 545,- € monatlich
Pflegegrad 4 728,- € monatlich
Pflegegrad 5 901,- € monatlich

* Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben keinen Anspruch auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Es besteht allerdings ein Anspruch auf 125,- € monatlich als Kostenerstattung für Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

Zusätzlich können bei Verzicht auf Pflegesachleistungen durch ambulante Pflegedienste 1612,- € Verhinderungspflegegeld in Anspruch genommen werden. Dies dient als Ausgleich, damit Angehörige für die eigene Organisation der Pflege entschädigt werden. Darüber hinaus können 50% des Leistungsbetrages für die Kurzzeitpflege (bis zu 806,- €) für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Damit steigt die jährliche Verhinderungspflege auf insgesamt 2418,- € und ist in unserer Beispieltabelle auf den Monat herunter gerechnet.
Außerdem können 20% der gesamten Kosten, bis maximal 4000,- € jährlich, steuerlich geltend gemacht werden. Dies entspricht monatlich ca. 333,- €.


Musterberechnung der Kosten einer Betreuungskraft nach Zuschüssen und Förderung:

Beispiel: 24 Stunden Betreuung durch eine Betreuerin mit deutschen Grundkenntnissen

Ohne Zuschuss: 1848,-€

Pflegegrad 3

24 Stunden Betreuung durch eine Betreuerin mit deutschen Grundkenntnissen 1848,- €

abzüglich Pflegegeld – 545,- €
abzüglich Verhinderungspflegegeld – 202,- €
abzüglich steuerlicher Förderung – 333,- €

= 768,- € monatlicher Eigenanteil


Pflegegrad 5

24 Stunden Betreuung durch eine Betreuerin mit deutschen Grundkenntnissen 1848,- €

abzüglich Pflegegeld – 901,- €
abzüglich Verhinderungspflegegeld – 202- €
abzüglich steuerlicher Förderung – 333,- €

= 412,- € monatlicher Eigenanteil


Für weitere Informationen zum Thema Pflege und Zuschüsse sprechen Sie uns gerne an oder kontaktieren Sie uns.